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16.04.2026

Mann mit vielen Ideen

Thorsten Göbel, der neue Landeskirchenmusikdirektor - Ein Porträt

Pressestelle

Wolfenbüttel/Braunschweig. Musikalisch sorgt Thorsten Göbel seit dem 1. Februar für frischen Wind in der Landeskirche Braunschweig. Der neue Landeskirchenmusikdirektor war zuvor seit 2019 als Domkantor in Meißen tätig. Dort zeichnete ihn das Land Sachsen 2023 für seine innovativen Musikformate als „Tourismusheld“ aus, darunter die mit Orgelkonzerten kombinierte Radtour „Organ and Bikes“, der mysteriöse Orgelspaziergang „Organ and Crimes“ und das „Taschenlampenkonzert“.

Nun folgt der 50-Jährige als Landeskirchenmusikdirektor auf Claus-Eduard Hecker, der vor fünf Jahren in den Ruhestand ging, und die Propsteikantoren Gerald de Vries (Goslar) und Karsten Krüger (Bad Harzburg), die das Amt zwischenzeitlich drei Jahre gemeinsam übernommen hatten. Mit der Hälfte seiner Stelle tritt Göbel zudem die Nachfolge von Hans-Dieter Karras als Organist in Braunschweig-Riddagshausen an.

„Was jetzt kommt, könnte das Spannendste werden“, freut sich der Kirchenmusiker auf seine neuen Aufgaben. „Ich vergleiche mein Berufsleben gern mit einem Altar mit zwei Seitenflügeln“, sagt Thorsten Göbel mit einem Schmunzeln. 17 Jahre habe er als Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde in Düsseldorf-Oberkassel gewirkt. Es folgten sechs Jahre als Domkantor in Meißen. Und nun blieben ihm bis zum Ruhestand noch einmal 17 Jahre: „Gern hier in der Landeskirche Braunschweig.“

Katholisch getauft und behütet im tiefsten Taunus aufgewachsen, sei ihm bereits im zarten Alter von fünf Jahren klar gewesen: „Ich werde später einmal Musiker und Dirigent.“ Musik sei seine Naturbegabung. Mit zwölf Jahren kam Thorsten Göbel während der schulischen Instrumentenkunde erstmals mit der Orgel in Berührung. „Meine Faszination und Leidenschaft für dieses hochkomplexe Instrument war geboren.“

Eine Pfarrerin gewährte dem begeisterten Buben Zugang zur Kirchenorgel. Göbel merkte: „Die Orgel spiele ich nicht für mich, sondern für die Menschen in der Kirche.“ Als Jugendlicher musizierte er sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche des Ortes: „Dabei stellte ich fest, dass mir die Bach-Kantate näher liegt als der Rosenkranz.“

Seinen Wechsel zur evangelischen Kirche vollzog Thorsten Göbel nach dem Vordiplom, „weil ich mir das verdienen wollte“. Das Musikstudium absolvierte Göbel seit 1995 in Frankreich an der École Nationale Musique et Danse in Valence. 1996 folgte das Studium der Evangelischen Kirchenmusik inklusive Abschluss des A-Examens an der Musikhochschule Würzburg. Bis 2002 schloss sich erfolgreich ein Aufbaustudiengang im Fach Dirigieren/Orchesterleitung an.

Für die Kirchenmusik in der Landeskirche hat Thorsten Göbel klare Vorstellungen: „Veränderungen werden kommen und die Situation wird nicht einfacher werden. Ich möchte die Strukturen so beflügeln und lenken, dass unseren Kirchenmusikern der Rücken freigehalten wird und sie weiterhin Spaß an der musikalischen Verkündigung haben.“  Auch das Orgelangebot in der Klosterkirche von Riddagshausen möchte er im Rahmen des Möglichen erhalten, zumal er den „musikalischen Umgang mit gotischen Räumen“ gelernt habe.     ( Michael Siano)

Landeskirchenmusikdirektor Thorsten Göbel.
Landeskirchenmusikdirektor Thorsten Göbel.
Foto: Agentur Hübner